Manche Abschiede fallen besonders schwer

Am vergangenen Donnerstag hatten wir den letzten Gottesdienst vor der Sommerpause im Seemannsheim. Wir feiern diesen regelmäßig einmal im Monat und es kommt immer von der Deutschen Gemeinde in Kairo eine Pfarrerin bzw. ein Pfarrer angereist. Dort teilen sich nämlich Nadia und Stefan El Karsheh eine Stelle als Pfarrer der Deutschsprachigen Gemeinde in Kairo und ganz Ägypten. (Wer mehr wissen will, soll hier schauen) Auf Letzteres bestehen wir sehr, denn die Gemeinde in Alexandria ist mittlerweile doch ganz erheblich gewachsen.

Dieser Gottesdienst sollte etwas Besonderes werden, denn wie immer ist im Sommer neben dem Abschied über die Ferien auch ein größerer Abschied einzelner Menschen, die das Land verlassen, deren Vertrag endet, da. Der Abschlussgottesdienst ist immer mit der Segnung der Reisenden verbunden – diesmal bekam ihn auch die Familie El Karsheh – diesmal von uns ausgesprochen.

Aus der Deutschen Schule der Borromäerinnen gehen dieses Jahr viele Lehrerinnen und Lehrer, die über längere Zeit in Ägypten lebten, die uns quasi seit Beginn unserer Zeit hier begleiteten. Aber nicht nur die, sondern noch ein paar – für uns und dem Seemannsheim sehr wichtige Menschen – verlassen das Land.

Unsere Pfarrer: Nadia und Stefan El Karsheh verlassen uns in Richtung Hannover, wo sie in die Evangelische Kirche Deutschland, EKD, wechseln um dort als persönliche Referenten des Ratsvorsitzenden zu arbeiten. Seit Beginn unserer Zeit in Alexandria kennen wir sie. Sie halfen uns am Anfang uns hier zurecht zu finden, boten uns immer, neben der physischen Unterkunft in Kairo auch die pastorale Unterkunft und halfen uns selbst bei Einsätzen der Seemannsmission am Suez Kanal. Im Kirchenvorstand haben wir manchmal kontrovers diskutiert, im Beirat der Seemannsmission berichtet, aber immer waren wir uns gegenseitig wichtige Stütze und Ratgeber in vielen Situationen.

Dr. Philipp Wennholz von der Botschaft. Philipp lernten wir wenige Tage nachdem er in Kairo angekommen war bereits kennen, denn wir mussten mit ihm unsere Papiere, unsere Daseinsberechtigung in Ägypten klären. Seit dieser Zeit war er nicht nur in fachlicher Hinsicht besonders wichtig für uns. Im Ersten Jahr feierte er Weihnachten mit uns und eine Freundschaft hielt sich über die Jahre. Egal, welche neuen Papiere die Verwaltung wieder von uns für eine Genehmigung benötigte – Philipp hatte diese irgendwie parat und auf „kleinem Dienstweg“ sind manche Genehmigungen durch seine Mitarbeiterinnen wirklich ausgesprochen unkompliziert und in höchster Geschwindigkeit zu uns gekommen. Deswegen gilt unser Dank nicht nur ihm ausschließlich, sondern besonders 2 Damen in seinem Büro (sie wissen schon, dass ich sie meine….)

Ja, jetzt kommen dann im Herbst neue Menschen. Neue Lehrer an der Schule, ein neuer Pfarrer und auch in der Botschaft ein Neuer, der für uns zuständig sein wird. Das ist das Leben im Ausland. Man hat sehr gute Beziehungen, Freunde, Netzwerke und dennoch muss man alles nach einiger Zeit neu gestalten. Das ist aber auch ein Anfang! Eine gute Möglichkeit alles ein bisschen zu überdenken. Mit den neuen Medien und Internetmöglichkeiten sind die Freundschaften eh nicht klein zu bekommen. Eine Email nach Kairo dauert genauso lange, wie eine Email nach Deutschland oder wo auch immer hin!

Wir haben auf jeden Fall nach dem Gottesdienst ausgiebig mit der Deutschen Gemeinde gefeiert. Ein riesiges Buffet brachte die Schätze aus den Kühlschränken, die Getränke flossen und es war für Alle ein sehr geselliger Abend. Der Höhepunkt waren die „Alexandria Lerchen“! So habe ich den Projektchor getauft, der Lieder passend zum Abschied und zu den Personen vortrug. Alle hoffen nun, dass dieser Chor auch in der Zukunft immer wieder bei unseren Veranstaltungen auftreten wird!

Wir werden jetzt bald nach Deutschland fahren, dort ist Mitgliederversammlung und Kirchentag, wo wir mit der Seemannsmission doch viele Veranstaltungen haben. Anschließend steht dann der Urlaub und das Treffen mit den Freunden an! Allen Lesenden einen schönen Sommer!