Kamerun 4 – Ein ganz anderer Silvesteranfang


Wir sind ja gerade in Limbe.  Heute ging es sehr früh aus dem Haus,  denn um 8 Uhr ging bereits das Begleitschiff ab. Ja,  richtig gelesen –  Begleitschiff,  denn heute war das große Longboat Rennen in Limbe.  

3 Ortschaften traten gegeneinander an.  Zuerst mussten wir in ein kleines Fischerdorf.  Richtig afrikanisch –  ohne Strom,  das Wasser wird  von einer Quelle geholt und überall laufen die Kinder zwischen den Hühnern umeinander.  Ein sehr wackeliger Einbau mit Außenborder wartete auf uns.  Nach einer Fahrt von ca.  10 Minuten kamen wir zum Sammelplatz der Langboote. 

Dort warteten bereits viele andere Zuschauerschiffe und auch an Land war das Geschrei bereits riesengroß.  Jeder versuchte die Gegner und die gegnerische Mannschaft verbal einzuschüchtern. Die ankommenden Mannschaften zeigten noch einmal ihre ganze Kraft und rudern besonders schnell.  
In so einem Langboot sitzen ca 50 Männer,  die alle gleich angezogen sind.  Ein Steuermann hinten und vorne ein Ruderer,  der zwischendurch auch als „Böse Geister“  Vertreiber arbeitet. 

Zum Vereinbarten Zeitpunkt war es dann so weit –  die Boote rudern los.  Vorneweg die grüne Mannschaft vom Veranstaltungen Ort.  Sie übersende gleich in einem Riesentempo zum Startplatz.  Langsamer dahinter die roten und weißen Mannschaften.  Der Startplatz lag aber bereits auch ca.  15 Minuten vom Ort entfernt. 
Dort angekommen gab es eine kurze Pause,  damit alle sich noch einmal gegenseitig zeigen könnten,  dass sie die Besseren sind und auch für die Zuschauer noch mal die Möglichkeit,  es den anderen Booten zu zeigen.  

Dann fällt der Startschuss.  Großes Geschrei alle Beteiligten und das weiße Boot liegt gleich vorneweg.  Die favorisierten Grünen liegen schnell eine Bootlänge hinter den Anderen –  vielleicht haben sie sich doch zu sehr beim Kräftezeigen verausgabt? 

Die Boote fahren in einer Geschwindigkeit,  so dass unser Einbau mit Außenborder Höchstgeschwindigkeit benötigt.  Es wackelt und spritzt aber das Rennen ist spannend.  Manchmal liegt rot,  manchmal weiss vorne. 
Die Strecke scheint kein Ende zu nehmen.  Die Geschwindigkeit der Ruderer lässt nicht nach,  auf den Schiffen feuern Sie sich selbst mit tiefen Rufen an.  

Endlich nach ca.  25 Minuten kommt die Ölplattformen in Sicht,  die als Wendestelle dienen soll.  Schnell umrunden die Boote die Plattform und der Endspurt beginnt.  Die Weißen liegen bereits 2 Längen voran,  die Grünen holen auf und überholen die Roten. 

Dann kommt plötzlich von hinten ein größeres Zuschauerboot auf unseres Zugeschossen.  Entweder hat der Fahrer uns nicht gesehen,  oder wollte sich einen Spaß machen.  Er rammt unseren Einbaum,  der sich gefährlich auf die Seite neigt.  Das Boot läuft bis zu Hälfte voll und Einige von uns sind über Bord gegangen.  

Alles ist nass.  Der Verlust einer Brille sowie mehrere kaputte Telefone sind das Ergebnis dieses Spaßes.  Unser Bitte wird leer geschöpft und als wir dann am Ziel ankommen,  wird bereits die weiße Mannschaft als Sieger,  die Grünen als Zweite und die Roten als angeschlagenen Verlierer gefeiert.  Wir fahren zurück ins Fischerdorf.  

Dort gibt es erst einmal in der Bar ein Bier (auf nüchternen Magen wirkt es wunderbar).  Die Bootsbesatzung diskutiert mit dem Unfallverursacher lautstark und als diese endlich zusammen auch ein Bier trinken,  beginnt die Beschallung in Ohrenbetäubenden Lärm in der Wirtschaft.  Die Menschen wollen sich aber dabei unterhalten und müssen deswegen noch über den Musiker hinweg lauter sich zurufen.  Der ganz normale Wahnsinn.  

Wir fahren nach einiger Zeit dann wieder zurück zu unserem Hotel,  wo ihr uns auf den Silvesterabend vorbereiten.