Das Opferfest – live erlebt


Hier ein Beitrag von unseren Freunden Carsten und Lucia Busch, die das Opferfest live erlebt haben. Bilder gibt es auch, damit aber niemand sich über Blutbilder beschweren muss, ist unten der Link zu den Bildern angefügt.

Die Festvorbereitungen werden intensiviert je näher das Opferfest rückt. Auf dem Markt kann man in den Tagen vor dem Opferfest immer mehr Schlachtfleisch in der Sonne hängen sehen. Lebende Tiere werden mit Kleintransportern eilig nach Hause gefahren, ein bisschen so wie bei uns, wenn am 24.12. morgens schnell noch die letzten Tannenbäume gekauft werden. Die Aufregung vor dem Fest wird ähnlich wie bei uns an Weihnachten sein.

Denn am nächsten Tag in der Früh geht das große Schlachten los.

Das wollten wir uns unbedingt anschauen.

Der erste Feiertag fängt für die Gläubigen schon um 4 Uhr morgens an. Bis um 6 Uhr wird gebetet, es kommt monotoner Singsang aus allen Moscheelautsprechern. Kurz vor 6 Uhr liegen bereits viele Schafe mit zusammengebundenen Beinen in langen Reihen auf der Straße bereit, die Metzger wetzen ihre Messer. An jeder Straßenecke sind Schlachtstände aufgebaut, die Straßen sind belebt wie sonst erst ab dem Nachmittag, heute früh schläft keiner.

Wenn die Muezzins verstummen und die Leute ihre Gebetsteppiche eingerollt haben, beginnt das große Schlachten. Zack, zack werden die ersten Kehlen durchgeschnitten, der Rinnstein färbt sich rot. Sobald ein Tier, Schaf oder Rind, gehäutet und zerlegt ist, wird das Fleisch von wartenden Leuten eingepackt und mitgenommen. Familien in Festtagskleidung stehen oder sitzen rund um das Geschehen, während die Metzger und ihre Helfer in Gummistiefeln oder auch barfuß in den Blutlachen stehen und alle Hände voll zu tun haben. Sie sind die Helden des Tages, die Herren der Messer, bewundert von Kindern und Erwachsenen, die gut gelaunt bei der „Dauerhinrichtung“ zusehen. Manche Kinder halten Luftballons in der Hand… Ein Brauch ist es auch, die Hände in das Blut zu tauchen und auf Autos, Türen oder Hauswänden seine Handabdrücke zu hinterlassen. Am Straßenrand sitzen mehrere Messerschleifer mit mobilen Schleifständen, die Leute stehen Schlange.

Irgendwann haben wir genug gesehen und machen uns auf den Heimweg vorbei an roten Pfützen, die zum Teil die ganze Straßenbreite beanspruchen. Unterwegs werden uns noch Schafe und Ziegen angeboten, zum Schnäppchenpreis, lebend natürlich. Wir lehnen dankend ab.

Das Schlachten dauert insgesamt vier Tage, der Höhepunkt ist aber am Morgen des ersten Tages.

Bei einem Stadtspaziergang einen Tag später entdecken wir einen Riesenhaufen mit Knochen und Hörnern, fürchterlich stinkend in der prallen Sonne. Müll ist dann wieder ein anderes Thema, wie schon öfters beschrieben.

Und hier geht es zu den Bildern – Danke Lucia und Carsten