Christ sein in Ägypten – Familienprobleme


Ich habe euch ja schon von „Peter“ erzählt. Mit diesem haben wir mittlerweile häufigeren Kontakt. Er lebt ja nun mit seiner kleinen Familie in Alexandria, da die große Familie ihn verstoßen hat. Er hat hier ein kleines Einkommen als Lehrer in einer privaten Schule. Letzthin erzählte „Peter“ uns ein bisschen über Familienprobleme in einem islamischen Staat.

Da „Peter“ nicht so viel Geld verdient, dass er seine Kinder in eine private Schule schicken kann, gehen diese in die Regelschule. Klassen mit bis zu 50 Kindern sind dort keine Seltenheit. Die Lehrer sind nicht wirklich motiviert und da das Gehalt so niedrig ist, können sie nur überleben, wenn sie den Kindern zusätzlich Nachhilfeunterricht geben. So viel erst einmal zum Schulsystem. Aber auch der Islam hat einen wesentlichen Anteil am Schulunterricht. Alle Kinder müssen die Suren im Koran auswendig lernen und wiedergeben können. Regelmäßig findet das gemeinsame Gebet statt. Die Kinder von „Peter“ leben in der Schule wie Moslems, denn als Christen wären sie sofort geächtet und letztendlich der Verfolgung der eigenen Klassenkameraden, bzw. Lehrer ausgesetzt. Also machen sie mit, wie als ob sie Moslems wären.

„Peter“ erzählte nun, dass seine Kinder zu Hause ihm natürlich Fragen stellen. Warum sie zusätzlich zum Moslem Dasein auch noch Christen sein sollen? In den Augen der Moslems sind Christen ja Ungläubige und die Kinder (so zwischen 10 und 14) können es nicht verstehen, wieso sie Ungläubige sind. Wieso Jesus Christus für sie wichtiger sein soll als Mohammed. Wieso sie ihren Glauben nicht zeigen dürfen. Viele Fragen, die von den Eltern nur sehr schwer zu beantworten sind. Letztendlich können sie den Kindern nur vorleben, wie das mit dem Christ sein ist. Was die Kinder am Ende für sich selbst wählen – diese Frage ist offen.

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