Nudeln einmal anders – Bericht von unserem Mitbewohner


Am Wochenende übernachten hier auch immer wieder verschiedenste Personen auch heute hat sich wieder ein Besuch angemeldet.

Zum Abendessen hatten Karin und Markus Spiralnudeln mit Salat zubereitet. Als die Nudeln im Kochwasser fröhlich vor sich hinschwammen bemerkten wir merkwürdige schwarze Punkte auf der Wasseroberfläche. Ein Blick in die leere Nudeltüte bestätigte den Verdacht: Irgendwelche Käfer hatten sich durch das Plastik gebohrt und sich bei den Nudeln eingenistet. Aber als hartgesottene temporäre Bewohner eines Entwicklungslandes wollten wir die Nudeln nicht verkommen lassen. Mit einem Teesieb wurden die gekochten Käfer herausgelesen. Später, als die fertig zubereiteten Nudeln auf dem Teller vor sich hindampften, merkten wir jedoch schnell, dass die paar abgeschöpften Insekten lediglich die Vorhut waren. Zwischen den Windungen der Spiralnudeln hatten sich weitere Artgenossen versteckt. Es half nichts: Jede einzelne Nudel musste vorsichtig aufgedreht werden und die Käferlein mit der Hand ausgelesen werden. 11 Käfer zählte ich beim ersten Mahl, 16 beim „Nachschlag“. Daran, dass ich mir zweimal genommen habe, erkennt auch der Laie: es mundete trotzdem.

Auf einmal ein Anruf auf Markus Handy. Der Gast kündigte sein Kommen in wenigen Minuten an. Ob er schon gegessen habe, wollte Markus (der Wahnsinnige) wissen und erhielt zur Antwort, dass er durchaus gerne noch eine Kleinigkeit zu sich nehmen würde.

Oh Schreck – jetzt aber schnell. Eilig pulten wir zu dritt Käfer aus den verbliebenen Nudeln. Eine beachtliche Anzahl kam zusammen, da klingelte es auch schon an der Tür. Gerade noch rechtzeitig waren wir fertig geworden. Nach der Begrüßung mit gegenseitiger Vorstellung wurden die Nudeln in der Mikrowelle erhitzt, mit Salat versehen und der Besuch ließ es sich schmecken…