Gesundheit in Ägypten


Die Gesundheitssituation in Ägypten ist nicht wirklich toll. Wie wir ja im Artikel von Kairo bereits gelernt haben, leben mehr als 1/3 der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Medikamente gibt es zwar überall und für unsere Verhältnisse auch günstig, doch kann es noch so wenig kosten, wenn man kein Geld für die Medikamente hat, nutzt das nichts. Daneben wohnen in Ägypten in vielen Städten die Menschen sehr eng aufeinander. Wir lernten, dass in einem Quadratkilometer in Kairo bis zu 150.000 Menschen wohnen (München 2.500). Man muss sich vorstellen, diese Menschen müssen ja auch regelmäßig auf die Toilette. Kläranlagen gibt es wenige, das Meisste nimmt der Nil, bzw. das Meer auf.

Nun werden widerum sämtliche Lebensmittel für den lokalen Markt i.d.R. mit dem Nilwasser bewässert. Durchfallerkrankungen und Parasiten sind daher keine Seltenheit. Wir können uns dagegen i.d.R. mit der Weisheit: „cook it, peel it or forget it“ helfen. Ausserdem gibt es in den besseren Einkaufscentren auch frische Lebensmittel, die mit gereinigtem Wasser bewässert werden.

Aber diese Parasitenerkrankungen sind nicht das Schlimmste. Eigentlich viel schlimmer ist die Hepatitis „C“, die nur schwer heilbar ist und letztendlich durch die starke Schädigung der Leber zum Tod führen kann. Neueste Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 20 % der Ägypter Hepatitis „C“ haben. Ursache hierfür ist mangelnde Hygiene, dies sowohl in medizinischen, wie auch in Alltagsbereichen. Hepatitis „C“ wird durch Blut übertragen. Das kann durch verunreinigte Spritzen etc. erfolgen. Aber auch im ganz normalen Alltag: Beim Rasieren mit dem Messer beim Barbier, bei der Maniküre oder vielen anderen Gegebenheiten. Der allgemeine Ägypter ist also nicht davor geschützt. Öffentliche Kampagnen gibt es laut Aussage eines ägyptischen Hepatologen, den wir kennen gelernt haben nicht und die Bevölkerung stürzt hier in ein großes Problem, dass sie so nicht erkennt.

Wir haben selbst in unserem Kreis zwei bekannte Fälle. Ein ehemaliger Nachtwächter hat Leberzirrose im Endstadium und wir freuen uns jedes Mal, wenn er zum Rente abholen kommt, dass er noch lebt. Ein anderer Fall ist „Peter“ (aus den Berichten über Christen). Auch bei diesem wurde die Hepatitis in einem frühen Stadium festgestellt. Einzige in Ägypten vorhandene Behandlungsmethode hierfür ist eine strikt einzuhaltende Spritzenkur, die jede Woche zu erfolgen hat. Jede Woche bezahlt werden muss. 300 ägyptische Pfund (rund 35 Euro) kostet eine Spritze. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte von „Peters“ Monatsgehalt nur für die Spritzen draufgehen. Einige Freunde haben „Peter“ schon unterstützt. Seine lokale Kirchengemeinde sammelte auch schon, aber die Finanzierung bis zum Ende der Behandlung ist noch nicht gesichert. Das schreibe ich auch unter dem Hintergrund, dass ja von euch vielleicht einige überlegen jetzt oder zu Weihnachten wieder etwas zu spenden….

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