Ein Sommer ist schnell vorbei


Jetzt haben wir lange nichts mehr lesen lassen – das lag daran, dass wir ziemlich lang in Deutschland unterwegs und dort doch recht beschäftigt waren – aber ab jetzt geht es wieder los mit den Berichten.

Kirchentag in Berlin

Gleich nach der Ankunft in München ging es los mit dem Wohnmobil nach Berlin zum Kirchentag. Wie die letzten Jahre, hatten wir auch diesmal wieder einen Platz am Campertreff, der diesmal ganz in der Nähe des Flughafen Tempelhof auf einem Volksfestplatzgelände war. Am Ende standen dort bei der „kleinen“ Campergemeinde mehrere hundert Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte. Ein eigenes „Stadtleben“ entwickelt sich und die Stimmung am Campertreff ist immer etwas ganz Besonderes.

Am Mittwoch ging es dann los mit Aufbau. Die große Fotoausstellung, die ich im Gepäck aus Ägypten mitgeschleppt habe und viele andere Materialien erforderten einen Taxitransport. Witzigerweise wurden wir gleich mit der neuen deutschen Realität konfrontiert, es handelte sich um ein Hybrid Fahrzeug. Echt ein ganz anderes Fahrgefühl.

Die Fotoausstellung (die Bilder des Wettbewerbes – Faces of Alexandria) bekam am Kirchentag einen sehr guten Platz, in der Halle der Musik links und rechts der Bühne. Gleichzeitig wurde auch noch der Stand der Seemannsmission in der Halle der Begegnung aufgebaut. Ab Donnerstag war dann Standdienst und viele Besucher kamen an die beiden Standorte und wurden dadurch mit unserer Arbeit konfrontiert. Am Stand der DSM selbst waren über 10 verschiedene Stationen tätig – auch sehr schön, da wir dadurch auch untereinander einen guten Ausgleich hatten. Der Kirchentag in Berlin insgesamt litt etwas unter den starken Sicherheitsvorkehrungen. Gefühlt war die Leichtigkeit der früheren Kirchentage dahin. Schade, dass wir uns wegen solcher verblendeten, extremistischen Idioten so in unserem Leben einschränken lassen.

 

Der Stand der DSM war sehr gut besucht. Wir stachen schon allein durch unserere Freundlichkeit und Präsenz heraus. Am Stand selbst standen wir wenig, dafür auf den Gängen drumherum und alle Menschen mussten unsere wunderbaren Salzlakritz Fische geniessen…

Nach dem Kirchentag ging es gleich weiter nach Wittenberg. Dort begann mit dem Kirchentag die Weltausstellung Reformation und die DSM hatte dort insgesamt zwei Wochen lang Aktivitäten. Die erste Woche bedienten wir ein Riesenrad der Seelsorge. Das Motto „Seelsorge zwischen Himmel und Erde“ bekam hier doch noch eine ganz andere Bedeutung. Menschen konnten das Riesenrad nutzen und wer wollte, bekam durch uns Begleitung und Ansprache. Zum Abschluss oder auch sonst für die Besucher gab es einen Abreisssegen, der so ein bisschen wie ein Ticket aussah. Die Sprüche auf den Segen waren zufällig, doch viele Besucher sagten „ oh, dass ist mein Taufspruch“ o.Ä. eigentlich schon interessant, wie so manche Sachen geregelt werden. Für uns besonders interessant war das Leben zusammen mit der Schaustellerfamilie Sperrlich, die das Riesenrad betreiben. Viele Gespräche haben uns tiefe Einblicke in eine ganz andere Welt gegeben. Wir hoffen sehr, dass der Kontakt auch weiter bestehen bleibt.

 

 

 

In Wittenberg wohnten die Kolleginnen und Kollegen alle mitten in der Stadt in Wohnungen, nur wir, da wir ja mit dem Wohnmobil unterwegs waren durften direkt an der Elbe auf dem Campingplatz „am Brückenkopf“ verbringen. Dieser Campingplatz war früher eine russische Kaserne und hatte trotz großer Renovationen (mittlerweile ein echter Luxus Campingplatz) trotzdem noch einen gewissen „Ostcharme“.

 

Nach Wittenberg ging die Reiserei erst so richtig los:

Braunschweig: Die Schule von Florian Wachter hat mich eingeladen um den Schülern dort die Arbeit der DSM näher zu bringen. Die Postkartenaktion, die wir auch am Kirchentag für die Seeleute zu Weihnachten machten, begeisterte die Schüler sehr und knapp 300 Karten waren das Ergebnis. Florian war früher Lehrer in der Deutschen Schule in Alexandria. Ein besonderes Highlight des Aufenthaltes dort war die Verbeamtung von Florian, der ich beiwohnen durfte.

 

Neustadt am Rüberge: Herr Vetter wartete schon auf die Supervision mit mir

Weyhe (bei Bremen): Der Weiher Lauftreff organisierte einen Spargellauf – also 20 Kilometer laufen und anschließend viel Spargel essen. Wir begleiteten Uwe und Birgit mit dem Fahrrad, aßen dafür aber noch mehr Spargel

 

 

 

 

 

Hamburg: Vortrag in der Seemannsmission und Treffen mit der Verwandschaft..

 

Breklum (bei Husum): Mitgliederversammlung der Seemannsmission und Neuwahl des Vorstandes

 

 

 

 

 

Hamburg: Amtseinführung eines Kollegen

 

 

 

 

 

Wittenberg: Die zweite Woche in Wittenberg war im Gasthaus Ökumene. 3 deutsche Gemeinden aus der ganzen Welt teilen sich ein Zelt

und veranstalten dort verschiedenste Aktivitäten. Wir waren mit St. Francisco und St. Petersburg zusammen. Eine Woche lang intensiver Austausch der verschiedensten Kulturen und daneben haben wir auch bei der Begleitung durch die EKD echte Freunde gefunden! Eine sehr intensive Zeit. Auch hier ein Highlight noch der ganz anderen Art. Beim Stand der Baden Würtenberger wurde ich auf meinen Namen angesprochen, da ich das Namensschild umhängen hatte. Der Stand war nämlich in der Schmiede, wo zu DDR Zeiten das Schwert zu einer Pflugschar umgewandelt worden ist. Diese Schmiede gehört jetzt – einem Herrn Schildhauer. Günter Schildhauer (so wie mein Vater). Wir trafen uns miteinander, meinen, dass wir nicht verwandt sind, aber doch viele gemeinsame Punkte haben und wollen uns bei nächster Gelegenheit intensiver treffen.

 

 

 

Nach diesen ganzen Aktivitäten ging es über das Wochenende nach Ort Am Innkreis in Österreich. Das Woodstock der Blasmusik war das Ziel. Ein Musikfestival, dass seit 7 Jahren ohne Alternative ist. Dort angekommen, war schon die Einfahrt auf den Parkplatz für Wohnmobile und Wohnwaren (angeblich der silent Parking) ein Abenteuer. Aus den Fahrzeugen um uns herum erscholl Blasmusik in allen Variationen. Karin und ich hoben den Altersspiegel der Teilnehmer erheblich. Die Stimmung ein bisschen, wie auf jedem Festival und doch anders, da viele Teilnehmer ihre eigenen Instrumente dabei hatten und quasi 24 Stunden lang am Stellplatz Musik machten. Die Konzerte selber waren sehr hochkarätig. Von richtiger Volksmusik über Jazz bis zu klassischer Bachmusik (German Brass) war 3 Tage lang alles vertreten. Ein echter Höhepunkt war das Gesamtspiel. Mehr als 12.000 Musikanten musizierten gemeinsam in der Musikarena. Das Beste daran war, dass alle Noten dabei hatten, diese auch geübt hatten und auf den Diregenten achteten. Toll!

Ein Lied hat uns besonders gut gefallen – ist so für Manche eine echte Beschreibung. Ihr könnt es hier anhören

Nach dem Festival gab es noch einen Vortrag in der Volkshochschule Olching. Sehr schön war, dass viele meiner ehemaligen Sparkassenkolleginnen und Kollegen da waren und es gleich so ein bisschen zu einem Nostalgietreff wurde.

Anschließend hatten Karin und ich knapp 4 Wochen Urlaub den wir in FFB und an der Donau in Österreich verbrachten.

Und hier noch einmal mehr Bilder: