Der Leberwurstbaum


P1070904 (Medium)Nicht weit vom Seemannsheim, befindet sich der Shalalalat Garten mit Resten der alten Stadtbefestigung und einer Zisterne (die leider aber nicht mehr besichtigt werden kann). Einer, von wenigen öffentlichen Parks in der Millionenmetropole Alexandria. Vor allem abends ist er ein beliebter Treffpunkt für verliebte Pärchen, Familien mit ihren Kindern samt Platz zum Spielen, Picknickwiese, Openairkonzerte während dem Ramadan, usw. Wir nutzen ihn immer als angenehmen Abkürzungsweg direkt zur Bibliotheca Alexandria oder zur Uferpromenade. Dabei kommen wir jedes Mal an zwei sehr wunderschönen Leberwurstbäumen vorbei. Zurzeit blühen sie (allerdings erst mit Einbruch der Dämmerung öffnen sich die Blüten) und sind besonders schön anzusehen.

P1070907 (Medium)Der Leberwurstbaum gehört zur Familie der Trompetenbaumgewächse und ist in ganz Afrika verbreitet. Das Aussehen der Frucht erinnert an eine Leberwurst, was der Art ihren Namen gab (übrigens sehr passend: über die Berliner Straße, eine ca. 100 m lange Leberwurstbaumallee, gelangt man zum Eingang der deutschen Botschaft in Kairo). Es sind mittelgroße Laubbäume. Der becherförmige Kelch öffnet sich nachts. Die Früchte werden bis zu 50 cm lang, bis zu 7 Kilogramm schwer, sind wurstförmig, faserig verholzt und sehr stabil. Die senkrecht herunterhängenden Fruchtkörper enthalten braune Samen, die zu bevorzugten Nahrungsquellen für große Säugetiere wie Elefanten und Giraffen zählen, aber auch Paviane können die harten Kapseln öffnen. Ihr Inhalt ist für den menschlichen Verzehr geeignet, stellt aber aufgrund eines eigentümlichen Geschmacks und Konsistenz eine eher selten genutzten Nahrungsquelle dar. Früchte, Rinde und Wurzeln werden jedoch von Einheimischen zur Herstellung von Heilmitteln (gut gegen Bandwürmer, Geschwüren, Ruhr, Rheuma und Syphilis) verwendet. Die in der Form der Frucht hervorgerufenen Assoziationen spielt eine Rolle bei der Anwendung mit dem Ziel der Bruststraffung bzw. Brustvergrößerung oder Penisvergrößerung. Keine dieser Zuschreibungen ist bislang wissenschaftlich erwiesen.

Eine Redensart besagt, dass der schlechteste Platz zum Übernachten unter einem Leberwurstbaum sei. Wenn man nicht von den bis zu sieben Kilogramm schweren Früchten erschlagen werde, dann werde man von den Elefanten vertrieben die zum Fressen der Früchte kommen.

Einer alten Legende aus Süd-Malawi zufolge, beschützt die Frucht des Leberwurstbaums, wenn sie in einer Ecke der Hütte aufgehängt wird, diese vor Wirbelstürmen.

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