Zivilisationsmüll Plastik


P1040148 (Small)Ägypten wird im Norden vom Mittelmeer begrenzt.  Von Alexandria bis zur libyschen Grenze, wird dieser Küstenabschnitt „die Nordküste“ genannt. Sand weiß wie Mehl. Das Meer schillert in unbeschreiblichen schönen türkisfarbenen Tönen. Leider wurde gnadenlos, fast der gesamte Küstenabschnitt mit Hotelburgen und Resorts zugebaut (je weiter man allerdings nach Westen fährt, desto mehr unberührte, einsame Buchten findet man noch vor).

20150227131717048 (Large)Im Sommer herrscht hier überall Hochbetrieb. Überwiegend reiche Ägypter aus Kairo und Alexandria entfliehen der Sommerhitze, aus ihren Millionenstädten hierher. In der Nebensaison, ist bis auf wenig geöffnete Hotels, alles verlassen und ähnelt einer großen Geistersiedlung.

Das Mittelmeer gehört mit zu den am stärksten, großteils rücksichtslos ausgebeuteten und ökologisch belastetsten Meeresregionen der Welt. Für uns immer wieder unübersehbar sichtbar, der vermüllte Strand. Vor allem Plastikmüll! Alles kann man hier finden. Tüten, Spielzeug, Rasierer, Zahnbürsten, Fischernetze, Fabrikreste, Flaschen, und und und. Plastikmüll, der von Menschen auf den Stränden zurückgelassen oder dort abgeladen wurde und von Schiffen aus ins Wasser geworfen wird.

Der allerdings größte Teil wird durch die einmündenden Flüsse angeschwemmt oder vom Wind ins Meer geblasen. Daraus entsteht eine große Plastiksuppe, die in ganzen bzw. zerschlagenen Teilen, wieder an den Strand gespült wird oder in schätzungsweise 500 Tonnen winzigen Plastikteilchen das Mittelmeer verschmutzen.

Und so unappetitlich das auch erscheint: Forscher warnen davor, dass diese Brühe auf unsere Teller gelangt. Denn Fische oder andere Meerestiere halten die winzigen zerkleinerten Plastikteilchen für Plankton und fressen sie.

Die derzeitige Verschmutzung des Mittelmeers durch Plastikteile ist nicht mehr rückgängig zu machen. Um zu verhindern, dass diese Plastiksuppe nicht noch größer wird, muss die Verschmutzung an der Quelle eingedämmt und der Verbrauch von Einwegverpackungen drastisch eingeschränkt werde.

Übrigens, das Plastikmüllproblem wurde bereits in den 1990er Jahren erkannt. Als größter Müllstrudel gilt der Nordpazifikwirbel, der deshalb auch „Great Pacific Garbage Patch“ (Großer Pazifikmüllfleck“) genannt wird.

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