Willkommen bei Karin Streicher und Markus Schildhauer in Alexandria

Viel los in einer Woche

Jetzt sind wir knapp 2 Wochen schon wieder zusammen in Alexandria. Im Sommer gab es eine lange Corona bedingte Pause. Karin ist dann bereits Anfang September zurück nach Alexandria, ich Ende Oktober. Über die Zeit in Deutschland kommt noch mal ein extra Bericht, es ist ja trotz oder gerade wegen Corona ne Menge passiert.

Am vorletzten Samstag ging es dann gleich los. In der Früh fuhren wir nach El Alamein zum Totengedenken für den 2. Weltkrieg. Karin sollte bei der Gedenkveranstaltung, die diesmal nur im kleinen Rahmen mit den wichtigsten Botschaftern stattfand „Ich hatte einen Kameraden“ auf der Trompete blasen.

Die Veranstaltung war diesmal wirklich kurz, nur eine Ansprache des Militärattachés und anschließend die Kranzniederlegung, Gedenken, Trompetensolo und schon ging es wieder zurück. Übrigens, die mit denen wir schon mal in El Alamein waren, ihr werdet es nicht wiedererkennen. Auf dem großen freien Feld davor wird gerade Klein Dubai gebaut. Hochhäuser mit bestimmt 50 Stockwerken, Hotels, Straßen mit Blümchen und Bäumen, wirklich eine andere Welt. Das früher solo am Berg stehende Denkmal ist mittlerweile ein kleines Gebäude irgendwo mitten drin.

Gut wir mussten schnell zurück, denn für den Abend hatte sich der neue deutsche Botschafter Dr. Cyrill Jean Nunn mit seiner Frau angesagt. Es musste noch alles vorbereitet werden. Bereits am Nachmittag kamen andere Gäste aus der Botschaft, die auch einige Tage bei uns übernachten wollten. Am Abend war dann der aus Fürstenfeldbruck mitgebrachte Leberkäse fertig und nachdem wir dem Botschafter und seiner Frau das Seemannsheim gezeigt, die Arbeit erklärt und auf unsere Besonderheiten hingewiesen haben, wurde es noch ein schöner und langer Abend.

Solche Treffen sind für uns unheimlich wichtig, denn wir sind auf eine enge Zusammenarbeit mit der Botschaft angewiesen. Außerdem denken wir, dass es auch wichtig ist, dass die Menschen in Kairo und in der Botschaft verstehen, wie sie auch aus unserer Arbeit in Alexandria profitieren und einen Mehrwert daraus ziehen können.

Die ganze Woche hatten wir dann Gäste, die unterschiedlich intensiv betreut werden mussten. War aber auch gut, denn unsere Pässe mussten vorzeitig zum Außenministerium, denn es gibt schon wieder neue Fristen und Bedingungen für die Genehmigungen. Die Hafengenehmigung, die im November beantragt sein muss erfordert nun, dass Visum und ID Karte auch zu diesem Zeitpunkt beantragt werden müssen, denn sonst gibt es für das nächste Jahr keine Genehmigung. So lange die Ausweise im Außenministerium sind, können wir uns eh nicht richtig bewegen, da wir ja in Ägypten Ausweispflichtig sind. Wenn dann die Ausweise wieder da sind, geht der neue „Kampf“ in Alexandria für die Hafengenehmigung wieder los. Wir werden berichten.

Am letzten Sonntag war dann noch ein weiteres Highlight – die Amtseinführung und Installation des neuen katholischen Bischofes für Alexandria. Eine doch sehr wichtige Persönlichkeit im kirchlichen Leben. Wir waren dazu als Gäste eingeladen und durften dem Installationsgottesdienst beiwohnen. Der Nuntius aus Rom verlas die Ernennungsurkunde und viele wichtige Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft waren an dieser Veranstaltung mit uns dort. Da der Bischof auch für den Sudan zuständig ist, gab es folkloristische Aufführungen und afrikanischen Gesang. Sehr schön.

Nun hoffen wir wieder auf „normalere“ Zeiten. Nächste Woche werden wir wieder versuchen im Seemannsheim einen Gottesdienst zu feiern. Mal sehen, wie wir es mit den Abstandsregeln hinbekommen. Sonst warten wir auf die Papiere und hoffen sehr, dass die ägyptische Hafenverwaltung dieses Jahr vielleicht nicht so erfinderisch in neuen zusätzlichen Formularen ist.