Sandsturmchaos statt Schneesturmchaos

Bis letzten Sonntag P1060093 (Medium)war es hier bei uns in Alexandria, wunderbar sonnig und warm. Richtiges T-Shirt Wetter.

Am Montagnachmittag veränderte sich dann plötzlich zusehends die Stimmung. Der Wind nahm zu, die Sicht wurde trüber und das Licht immer gelblicher. Alles sehr seltsam und auch ein bisschen unheimlich. Die ersten Plastiktüten gemischt mit Staub wirbelten durch die Gegend.

 

Der Wind nahm an Fahrt auf und blies immer mehr Sand von der Wüste zu uns. Spätestens jetzt sollte man alle Fenster und Türen gut verschließen, alles verräumen was nicht Niet und Nagelfest ist und am besten im Haus bleiben. Die ganze Nacht pfiff es um unser Haus. In der Nachbarschaft klapperten und schepperten alle möglichen losen Blechdächer oder Baugerüste. Den ganzen nächsten Tag tobte der Sturm. Bis in die letzten Ecken, alles voller Sand und Dreck.

P1060106 (Medium)Wer konnte blieb zu Haus um zu vermeiden, dass ihm der Sand, Augen, Nase und Ohren verstopfte oder man von der Straße geblasen wurde bzw. schlimmstenfalls von herunterfallenden oder herumwirbelnden Gegenständen aller Art, wie Straßenlaternenteilen, Hausfassadenstücken, Blumentöpfen, Marktständeutensilien und vielem mehr, verletzt zu werden. Durch die schlechten Sichtverhältnisse und dem starken Wind mussten Flüge abgesagt, Autobahnteile gesperrt, der Schiffsverkehr im Sueskanal und die Einfahrt in den Hafen für Schiffe eingestellt werden.

P1060116 (Medium)Am Mittwochvormittag öffnete der Himmel seine Schleusen und spülte allen Sand der sich noch in der Luft befand, auf uns herab. Die Temperatur fiel schlagartig. Die ganze Stadt verwandelte sich augenblicklich vom Sandkasten in eine Batz-Schmiermasse. Über die nächsten 2 Tage blieb es ungemütlich nasskalt, kühl und klamm . Verstopfte Gullis, riesige Wasserlachen, schmierige Straßen, der allgemeine Hindernislauf für Fußgänger wurde noch beschwerlicher, die Autofahrer schlichen im Schneckentempo um die Kurven, die Scheibenwischer taten sich sichtlich schwer das Sandwassergemisch von der Scheibe zu wischen, ungeteerten Wege wurden fast unpassierbar, überall floss und tropfte das Wasser.

Nur wer wirklich aus dem Haus musste, war die letzten Tage unterwegs. Nicht wirklich dringende Termine wurden abgesagt oder verschoben. Eins haben wir dabei gelernt, es sind auf jeden Fall die günstigsten Tage um etwas auf dem Amt zu erledigen, wie z. B. Visaverlängerung, denn dann ist dort nichts los und man kann eine Wartezeit von 4,5 Std. auf eine halbe Stunde verkürzen.

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