Opferfest – eines der höchsten muslimischen Feste


Zur Zeit ist bei uns gerade Ausnahmezustand. Seit vergangenen Freitag ist das Opferfest. Laut Wikipedia das höchste islamische Fest. Es wird zum Höhepunkt des Haddsch gefeiert, also der Pilgerfahrt nach Mekka.

Beim Opferfest wird des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht, der nach muslimischer Überlieferung die göttliche Probe bestanden hatte und bereit war, seinen Sohn Ismael (vgl. Isaak) Allah zu opfern. Als Allah (Gott) seine Bereitschaft und sein Gottvertrauen sah, gebot er ihm Einhalt. Ibrahim und Ismail opferten daraufhin voller Dankbarkeit im Kreis von Freunden und Bedürftigen einen Widder. Die Geschichte wird im Koran in Sure 37,99–113 erzählt. In der Bibel ist es die Erzählung von der Opferung Isaaks (Gen 22,1–19).

Es ist für alle gläubigen Muslime weltweit Pflicht, zur Feier des Festes ein Tier zu opfern, wenn sie es sich denn finanziell leisten können. Das Fleisch des Tieres sollen sie auch unter den Armen und Hungrigen verteilen. Es ist ein guter Brauch, allen Freunden und Verwandten zum Opferfest die besten Wünsche zu versichern und auch ihnen etwas von dem Fleisch zu geben. Manchmal wird auch einfach geopfert, um Gott zu danken.

Hier werden dazu schon Tage vorher Schafe und Rinder in die Stadt geschafft. man sah überall Pickups mit Tieren darauf festgebunden. Diese werden dann während des Opferfestes nach ritueller Weise geschächtet, d.h. ohne Beteubung wird ihnen mit einem sehr scharfen Messer die Halsschlagader aufgeschnitten und sie bluten langsam aus. Da quasi jeder Haushalt dies vornimmt, haben wir in der Stadt zentrale Opferpunkte gefunden. Dort sind professionelle Metzger in Gummistiefeln am Werk und das Tier wird gleich danach enthäutet und in Teile zerlegt. Dies auch, weil eigentlich die Hausschlachtung in Ägypten verboten ist. Doch wird das in vielen Familien trotzdem zum Opferfest vollzogen.

Heute sind wir im Viertel der Gerber gewesen, dort stapelten sich die Felle. Wenn man zu Fuss durch die Stadt will, dann muss man aufpassen, dass man nicht in irgend welche Schlachtabfälle oder größere Blutlachen läuft. Also am Besten nicht Nachts spazieren gehen.

Die Ägypter feiern dieses Fest sehr ausgelassen. An vielen Straßenecken stehen kleine Kinderkarussels, die ganze Jugend ist auf den Straßen und vor Allem an der Corniche (das ist die Straße am Meer). Auch sonst herrscht in der Stadt eine ganz andere Stimmung als die anderen Tage.

Für die Ägypter bedeutet das 4 Tage frei. Normalerweise haben am Freitag die Läden spätestens ab Mittag auf. Doch während des Opferfestes ist wirklich alles zu. Die Stadt ist leer, der Verkehr sehr angenehm. Wir nutzten diese Tage um in der Stadt uns ein bisschen besser mit dem Auto zu Recht zu finden. Bilder haben wir übrigens keine gemacht.

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