Katastrophen kommen selten allein


P1080872 (Medium)In diesem Jahr spielt das Wetter nicht nur in Europa verrückt. Nachdem wir einen sehr lang anhaltenden heißen und schwülen Sommer hatten (Temperaturen selten unter 40 Grad und Luftfeuchtigkeit zwischen 60% und 90%) hat der seltene Regen viel früher und viel heftiger angefangen.

Letzten Sonntag (25.10.) gab es schwerste Unwetter an der Nordküste. Zuerst gab es zwei Tage lang Sturm, der die Beseitigung der nicht mehr notwendigen Wahlplakate ziemlich automatisierte. Leider aber auch diverse Baugerüste und andere Plakate zum Einsturz brachte. Es endete mit einem starken Regenfall, der auch tischtennisballgrosse Hagelkörner hatte. Der Regenfall dauerte mehrere Stunden und da die Abflüsse eh immer durch den permanenten Sand verstopft sind, gab es auf den Straßen größere Seen.

Auf den Bildern könnt ihr Bilder aus unserer Fahrt von der Nordküste zurück nach Alexandria sehen. (Autobahn!).

P1080876 (Medium)In Alexandria angekommen erwartete uns ein völlig demolierter Garten. Viele Blätter hat es von den Bäumen getrennt, die Bananenstauden sehen wie zerfieselt aus, die Wand zum Nachbarn war leicht eingestürzt und auch diverse Plastikdächer haben jetzt einen besseren Luftauslass.

In der Stadt selbst waren nahezu sämtliche Tiefgaragen bis zur Straßendecke voll Wasser. Alle tiefergelegenen Stadtteile hatten Wasserstände bis zu einem halben Meter, sämtliche Unterführungen durch die Bahn (die die Stadt teilt) waren unpassierbar. Für eine Strecke von normalerweise eine halbe Stunde benötigte man mindestens 3-4 Stunden.

 

 

 

IMG_20151026_093248 (Medium)Dies hielt auch bis zum Montag an. Die verlegte Elektrik in der Stadt, die ja jeden deutschen Elektriker zum sofortigen Herzinfarkt bringen würde revanchierte sich natürlich mit der ungewohnten Feuchtigkeit. Mitten in der Nacht wechselte der Strom in der Steckdose von 220 Volt auf bis zu 380 Volt. Dies über mehrere Stunden. Wir wachten in der Früh auf, weil es in unserem Haus so verbrannt roch. Eines unserer Geräte hatte sich in Brand gesetzt und konnte Gottseidank rechtzeitig gelöscht werden, bevor ein größerer Schaden im Haus durch Feuer angerichtet wurde. Leider haben aber die meisten unserer elektrischen Geräte diese Dauerstrombelastung nicht überstanden. Nahezu alle Geräte sind durchgebrannt und funktionieren nicht mehr. Heute waren schon 3 verschiedene Elektriker hier, die versuchen zu retten, was zu retten ist. Doch gerade in der Kleinelektronik wird eine Reparatur nicht möglich sein. Eine Rückfrage bei der offiziellen Versicherung der Seemannsmission brachte, dass Stromschäden natürlich nicht mit includiert sind. Es könnte ja auch einmal etwas einfacher sein.